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05 Jan 2013

Steinstaub - Das Buch

Edith, eine 35-jährige Bibliothekarin, macht Bekanntschaft mit einem älteren Bildhauer mit Namen Wieland. Edith steht Wieland Modell, obwohl er sagt, sie dazu anfassen zu müssen. Dies bleibt nicht ohne Folgen. Sie fühlt sich sexuell zu ihm hingezogen. Er weist sie jedoch ab. Es beginnt ein Wechselspiel zwischen Anziehung und Abstoßung.

07 Jan 2017

Eine neue Aufgabe

Natürlich war ich aufgeregt. Er hatte mir versprochen, etwas Außergewöhnliches auszuprobieren.
Es war noch früh am Morgen, als ich das Haus verließ und in den Wagen stieg. Unser Treffpunkt war der Trimm-dich-Pfad. Er stand schon da und wartete, als ich ankam.

„Du hättest dich wärmer anziehen sollen.“ Zweifelnd musterte er meine Jogginghose und die Windjacke.
„Ich dachte, wir machen Fitnesstraining.“

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07 Jan 2017

Sehnsucht

Nacht für Nacht reißt du mich aus dem Schlaf, der mir ein kurzes Vergessen schenkt.
Es ist, als würdest du mir zurufen. Ich höre deine Stimme inmitten des säuselnden Windes, die mich lockt, zu dir zu kommen.

Ich stürze ans Fenster und sehe dich zwischen den Ästen des Lindenbaumes, die sich hin und her wiegen. Ich öffne das Fenster und du bist verschwunden. Dein weißes Leichenkleid ist nur noch Nebel, der über der dunklen Wiese wogt.

Oh, nimm mich mit, lass mich nicht allein hier. Mein Leben ist eine tiefe dunkle Grube ohne dich, aus der ich mich nicht befreien kann.

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07 Jan 2017

Der Schrankbewohner

Seit einer Woche wohne ich in einem Schrank. Wie es dazu gekommen ist?

Angefangen hat es damit, dass ich meine Arbeit verloren habe. Gekündigt nach 30 Jahren mangels Aufträgen. Die Jüngeren haben sie behalten und mich als erfahrenen Betriebsleiter hinausgeworfen. Mit 55 Jahren. Ich war am Boden zerstört, denn wer würde mich in diesem Alter noch nehmen?

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07 Jan 2017

Eins sein

Sie war schon lange unterwegs. Aber irgendwann reizte sie der Schotterweg nicht mehr und sie nahm einen schmalen Pfad, der in den Wald führte. Buchen mit grau schimmernder Rinde und wuchtige Eichen wechselten sich ab. Sie hob den Kopf und fühlte sich klein unter dem dichten Blätterdach.

Sie umarmte einen Baum und rieb ihre Wange an dem kratzigen Stamm, so wie sie es als Kind getan hatte. Die Rinde roch, als hätte sie in der Sonne gebadet.

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07 Jan 2017

Die verbotene Tür

„Fühl dich hier wie zuhause. Nimm dir Bücher zum Schmökern soviel du willst oder Brettspiele, die in diesem Schrank untergebracht sind.“

„Danke“, erwiderte sie artig mit einem Knicks. „Spielst du denn auch mit mir?“

„Nein, nein“, wehrte ihr Onkel barsch ab, „das kannst du mit Frau Pechstein tun, die auch zu deiner Gesellschaft angestellt wurde.“

Dorothee dachte bei sich: „Da könnte ich ebenso mit einem Nussknacker spielen, so steif wie die ist.“
Sie nickte aber nur und wandte sich zur Tür.

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06 Jan 2013

Die Waldfrau

An meinem 45. Geburtstag offenbarte mir mein Mann, dass er mich verlassen werde. Für mich brach alles zusammen. Eine Zeitlang wohnte ich mit meiner jüngeren Schwester bei meiner Mutter. Meine Kinder waren erwachsen und schon außer Haus. Sie brauchten mich nicht mehr. Dass meine Mutter mich auch nicht mehr brauchte, merkte ich bald. Schon immer hatte sie eine innigere Beziehung zu meiner Schwester gehabt. Da fing es an, dieses Sehnen woanders sein zu wollen. Ich ging viel im Wald spazieren und hatte immer weniger das Bedürfnis, nach Hause zurückzukehren.

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06 Jan 2013

Das Spiegellabyrinth

Die Aufführung war miserabel. Sie langweilte sich und sehnte die Pause herbei. Und ließ die Augen umherwandern. Nicht die Menschen interessierten sie. Es war das Opernhaus, das sie mit all seinem Prunk und Glanz beeindruckte. Die roten Polstersessel, mit goldfarbenen Schnitzereien umrahmt. Die cremefarbenen Wände mit den Marmorsäulen, hinter denen eine Vielfalt von Putten hervorlugte. Der tiefrote Samtvorhang auf der Bühne.

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05 Jan 2013

Der Flitzteufel

Meine Kindheit war hart. Wir lebten auf einem Einsiedlerhof. Meine Eltern arbeiteten beide bis spät in die Nacht, um den Hof zu bewirtschaften. Ich musste schon als kleiner Bub mitarbeiten, sonst hätten sie es nicht geschafft. Gelobt wurde ich, wenn ich fleißig mitgeholfen hatte. Freunde hatte ich keine; unser Gehöft lag abseits am Rande des Waldes, kilometerweit vom nächsten Dorf entfernt.

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05 Jan 2013

Das Adagio

In mir klingt noch das Adagio nach. Welches mich immer in diesen Zustand versetzt. Und mich immer ein paar Zentimeter über den Boden schweben lässt. Ich löse meine sonst festgebundenen Haare, lass` sie mir bis über die Hüften hängen. Nehme Kleider meiner Großmutter aus dem Schrank und gehe nachts nach draußen.

Hier stehe ich, nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der See kräuselt sich. Die Dämmerung hat sich darüber gelegt wie ein hauchdünnes Seidentuch. Über mir sind schwarz gezeichnet die Umrisse der Bäume. Ich atme tief ein. Der Boden riecht modrig und der See nach Algen.

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